Glückstränen
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ein salzig Tropfen läuft entlang
quer über eine rosig Wange
sucht sich vergnüglich seine Bahn
bis ihn ein Tüchlein sanft auffange
possierlich ist er und doch keck
der kleine Wasserball voll Glück
entflohen aus dem Augeneck
sehr selten solch ein Augenblick
das man ihn fühlt, dass man ihn spürt
man ihn dann auch genießen kann
er uns ganz tief im innern rührt
und außen hängt ein Lachen an

 

 

Ungeduld
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Hans-Wilhelm, dieser kleine Racker,
hielt sich des Nachts nicht wirklich wacker.
Denn Warten seine Stärke nicht,
hielt dieses nur für lästig Pflicht.
Wie ungerecht und auch gemein,
so konnten doch nur Eltern sein.
Jedoch war dieser kleine Schelm,
ein ausgemachter Fuchs im Kern.
Schlich sich bei tiefster Dunkelheit,
hinab in Reich der Herlichkeit.
Wo in der Stube unterm Baum,
er vielleicht lag, sein größter Traum.
Ne Eisenbahn mit Zug und Schiene,
mit Haltestell und eigner Linie.
Nun angekommen vor der Tür,
dacht er schon: „Nun gehörste mir!“,
als er ein leichtes Räuspern hörte,
sein Vater ihn beim Luschern störte.
„Genau wie Du, als ich so klein,
wollt ich der Allerklügste sein.
Doch glaub mir, schöner noch als jetzt,
ist das Geschenk zum Weihnachtsfest.“
Wandel
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Menschen kommen, gehen fort
Ihre Welt geht über Bord
Tauschen Partner, tauschen Leben
Und nach Abenteuern streben
Denn nur im Wandel jederzeit
Liegt für sie die Herrlichkeit
Und auch der Kanzler Adenauer
Sich wenig schert ob süß, ob sauer
Als er einst zu meinen wagte
„Was kümmert`s mich, was ich mal sagte“
Heute ist dem Mann der Tat
So etwas strengstens untersagt
Wo Frau den höchsten Trohn bestieg
Hat Emanzipation gesiegt
Ist Ehrlichkeit die Form der Tugend
Und lebt sie vor, dem Kind, der Jugend
Doch ändert sich auch dies geschwind
Sobald die Männer mächtig sind
So wie im Krieg und in der Liebe
Da gibt es Lob, da gibt es Hiebe
Liebste ...
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der Zeilen, die ich niederschreibe
Rechnung tragend ich verweile
dem Augenblick im Abendlicht
den meine Kerze mir verspricht

kein Sonnenglanz die Dunkelheit 
so sehr erfüllt mit Heiterkeit
und wonnevoll mich deren Strahlen
Erbeben lässt vor Wohlbehagen

frohgemut und lichterfüllt
sich nun mein Brief mit Worten füllt
mit denen ich dir Sprachlos sage
wie tief ich dich im Herzen trage
Ohne Dich
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Gedrücktheit ist es die ich spür
schwer die Gedanken, tief in mir
nur einen einzgen Augenblick allein
ohne dein Lächeln, ohne dich zu sein
lässt mich in eine Ohnmacht gleiten
zeigt unerbittlich schwache Seiten
die ich schon lange bei mir kenne
sobald ich deinen Namen nenne
und unschwer dann bereife ich
es gibt kein Leben ohne Dich
Elsbeth
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In einem gut betuchten Hause
da wohnte einst die Elsbeth Krause
sie war bereits in jungen Jahren
auf ihre Art schon recht erfahren
denn Elsbeth wusste sehr genau
Arbeit ist nichts für ne` Frau
lieber den ganzen Tag genießen
der Schweiß der soll beim Gatten fließen
man weiß, der stirbt doch eh viel früher
das war auch unsrer Elsbeth lieber
als das sie ihn noch lang umsorgt
und Gott noch holt sie vor ihm fort
nach zwanzig Jahren mit dem Alten
sollt nun ein junger Einzug halten
des Gärtners Sohn ein strammer Bub
der war für sie grad gut genug
doch einer stand ihr noch im Wege
mit dem sie kam oft ins Gehege
es war ihr Mann samt Ehepflicht
und Sterben wollt er einfach nicht
da war es besser nachzuhelfen
ein wenig Gift, das half nicht selten
noch eh der Gatte sich versah
war er schon seinem Schöpfer nah
ein wohlig Kissen noch dem Tropf
ihm drückt die Elsbeth auf den Kopf
und bereits nach zehn Sekunden
war seine Lebenskraft entschwunden
„Es war nun seine letzte Bitte
verbrannt zu werden!", weint die Witwe
„Ich schließlich seine Asche dann,
auf unsrem Land verstreuen kann."i
ihr neuer Mann, des Gärtners Sohn
erhielt nach ein paar Jahren schon
worum sie sich einst Sorgen machte
als ihn ihr Tod zum Witwer machte
das Erbe war wie schon erwartet
doch recht beträchtlich ausgestattet
dem Ehemann das Glück war hold
als Elsbeth ihrem Ersten folgt
ein Pülverchen, so blau und tödlich
machte erst sein Erben möglich
denn Eisenhut das Gift benannt
war auch schon Elsbeth gut bekannt
ein Liebhaber aus alten Zeiten
war der von dem sie einst dies hatte
der Gärtner war's, der Schwiegervater
und nicht der eigne Gatte
Glücksmoment
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Ein wahrlich 
selten Augenblick
der dich erreicht,
der dich verzückt.
Der Sorgen nimmt 
und dann befreit
ein Lächeln formt 
aus Heiterkeit.
Viel zu kostbar 
der Moment,
als das man seinen 
Wert verkennt.
Glückssuche
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Ein Wellental in das ich blicke
ein Blütenmeer ganz ohne Gischt
ein warmer Regen mich einwickle
der jedes mal erneut erfrischt.

So träume ich von bunten Gärten
so weile ich den ganzen Tag
so suche ich mit meinem Herzen
das was mich glücklich machen mag.
Ein letztes Blatt
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Ein letztes Blatt, es blieb vom Herbst,
fliegt nun zu Boden nieder.
Die Ruhefarbe geht, es schmerzt,
Vielfarbigkeit kommt wieder.
Die Reise durch die Frühjahrsluft,
voll Sehnsucht nach Vergangenheit,
trägt es mit ihrem Neujahrsduft
und macht den Abschied leicht.
Am Strand
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Auf weißem Sand, ganz eng Geflecht
und bunt gestreift, wartet zu recht
auf Sommerfrischler ihm zu eigen
den Korb des Strandes zu besteigen
bevor ansteigend Wasser dann
sie einlädt zu `nem Badegang
zu tummeln sich in seichten Fluten
und leichte Kühlung dort zu suchen
doch Ebbt es wieder, irgendwann
selbst echte Nixen schlummern dann
auf seinen Kissen selig ein
im Strandkorb unterm Sonnenschein
Vergänglichkeit
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Wie Segelgleich den Wind einfängt
und duftend durch die Landschaft zieht
es einst von Briesen wurd geschwenkt
doch nun vorm End des Sommers flieht

Vorbei an welken Gräserlein
schwebt es auf eine Wiese zu
mit tausend andren, nicht allein
sucht es den Ort zur letzten Ruh

Noch voller Farbe ist der Reigen
den es in luftger Höh vollführt
stellt doch sein Niedergang die Weichen
zum Herbst, den Weg uns zeigt und führt

Legt sich zum Schlaf aufs Erdreich nieder
bis das sein Rot im Wind verglüht
doch kehrt die Saat im Frühjahr wieder
und auf dem Feld als Mohn erblüht
Farbenfroh
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ein letzter kleiner Pinselstrich
kunterbunt und österlich
so sieht es aus, das Hühnerei
jedoch der Rest ist Schweinerei
kein Flecken auf dem Küchentisch
auf dem die Farbe nicht ganz frisch
viel schlimmer als zur Weihnachtszeit
man Ostern hält die Sauberkeit
denn nicht wie Mehl an diesem Ort
wischt man das Bunte wieder fort
es klebt, sieht aus wie hingeschmissen
benimmt sich so wie festgebissen
und wehrt sich dann mit aller Macht
auch gegen Scheuermilch und Kraft
doch sollen schon am nächsten Morgen
die Eier ja für Stimmung sorgen
versteckt im Garten unter Zweigen
sich erst nach Suchen wieder zeigen
worüber man als Großer lacht
weil es den kleinen Freude macht
die Kinderaugen strahlen lässt
ein leuchtend buntes Osterfest
Der Maulwurf
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Ein Maulwurf mutig unverdrossen
Der hatte einst einmal beschlossen
Den Turm zu fällen der dort stand
Wo einst sich Mal sein Bau befand
Er wühlte und er schaufelte
Sich unter diesen großen Turm
Bis dieser endlich strauchelte
Sich neigte wie ein Baum im Sturm
Kein Maulwurf war wie dieser da
Und so entstand der Turm von Pisa
Die Weihnachtsgans
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die Ganz, die ist so braun gebrannt
wie jene aus dem Morgenland
doch war ihr Weg wohl nicht der gleiche
bevor man sie zum Festmahl reichte
denn während sich die Könige bücken
geraten wir fast ins Entzücken
das dieser echte Gaumenschmaus
gekommen ist aus gleichem Haus
doch wo das Christkind ist geboren
da hat die Ganz ihr Sein verloren
in einem Stall, mit Schaf und Vieh
und nur in Bethlehem, da war sie nie
Unglaublich
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Aufregend wie ein Sonnensturm
unendlich wie der Ozean
erhaben wie der höchste Turm
noch schöner als der schönste Schwan
verzaubert er den Augenblick
in dem ich mich in dich verlier
will nie mehr in das Jetzt zurück
so unglaublich ein Kuss von dir
Der Räuber
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Während von Ferne Getrappel erschallt
kommt aus dem Dunkel
mit Radau und Gerumpel
ein garstiger Mann tief aus dem Wald

Mit leuchtenden Augen und gruslig Gesicht
schaut er`s Mädchen an
so bös er nur kann
als wollte er Rauben ihr Lebenslicht

Der Laut fremder Hufe kommt näher und näher
der Räuber er springt
schnell und geschwind
zurück in den Wald aus Angst vor dem Späher

Doch ist es kein Reiter mit Mantel und Degen
ein trällernder Junge
mit Gold auf der Zunge
und so ganz und gar nicht Verwegen

Es schleicht sich der Bösewicht aus dem Versteck
er grinst beide an
wähnt Beute, doch dann
erwacht in dem Buben der Strauchdieben Schreck

Er zückt einen Dolch, so lang wie zehn Finger
er springt von dem Gaul
fährt dem Dieb übers Maul
Schmerz oder Tot, was findest du schlimmer

Der blickt auf die Spitze aus eiskaltem Stahl
er sieht sie versinken
im Leibe verschwinden
muss fliehen von hier, denn ihm bleibt keine Wahl

Das Mädchen vor Glück wie von Sinnen
umgarnt den Knaben
kann kaum etwas sagen
weil den Augen die Tränen entrinnen

Wie kann ich dir danken, mein edler Held
du hast mich gerettet
hätt kein Gold gewettet
denn der wollt sicherlich nicht nur mein Geld


Da sprach der Junge mit spitzen Zähnen
da gibt es etwas
was du für mich hast
das möchte ich höflich erwähnen

Dein Bestes, dass kannst du mir geben
denn der Schein, er trügt
und das Auge es lügt
und nun gib mir dein Geld, oder Leben

Das Mädchen nun bis auf die Kleidung beraubt
Verschwindet der Bursche
Kratzt schnellstens die Kurve
Verwandelt sich schließlich in Staub
Glückstrunken
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Tränengerührt ich dich empfange
und eng gedrückt an meine Wange,
entführ ich dich in meine Welt
die wächst, nur durch dein Licht erhellt.
Glückstrunken wandle ich und taumle
in diesem wahr gewordnem Traume,
der mich Erschauern lässt und beben
und dieses Hochgefühl erleben.
Missachte einst vergossen Schweiß
Erhalte nun dafür als Preis.

Mein erster erotischer Kurzroman, veröffentlicht als e-Book:

"Tödliche Triebe", mit einer Covergestaltng meiner Tochter Franziska